V'02 – First Preview

 

Der Herbst naht mit riesigen Schritten. Traditionellerweise ein Zeichen dafür, dass auch die Viennale nicht mehr weit sein kann. Im Rahmen der 2001 wieder eingeführten Sommerpressekonferenz, lies es sich Direktor Hans Hurch auch dieses Jahr nicht nehmen, Ende August im Wiener Spittelbergkino einen ersten Ausblick auf das, was einem da so ab 18. Oktober entgegenflimmern wird, zu gewähren.

Viennale 2002, das sind wieder gut 130 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme, 13 Tage Kino-Non-Stop, das Paradies auf Erden für jeden Freund der bewegten Bilder. Heute, mehr als einen Monat vor dem Startschuss, lässt sich natürlich erst ein rudimentärer Blick auf das diesjährige Programm werfen. Eines jedoch kann man bereits jetzt schon sagen, der Trend der letzten Jahre, die Viennale immer mehr zum Festival der neuen Entdeckungen zu machen, hält auch heuer weiter an, ja, erfährt sogar noch eine weitere Steigerung. Sowohl Herkunft, also auch Inhalt bewegen sich in immer größeren Radien, ein Plus, das die Wiener Filmwochen in diesem Jahr ein weiteres mal auszeichnen wird.

Erste Höhepunkte im Hauptprogramm, sofern sie bereits fixiert sind, kann man bereits ausmachen. Neuen Produktionen aus den Häusern Kaurismäki, Leigh und Van Sant werden jedenfalls generell für freudig springende Herzen sorgen.

Wie immer ein wichtiger Bestandteil der Viennale sind die Kurz- und Dokumentarfilme, welchen auch in diesem Jahr ein großer Platz innerhalb des Hauptprogramms eingeräumt wurde. Stellvertretend für die zahlreichen Highlights seien hiermit die neuen Werke von Michael Moore und Chantal Akerman angepriesen.

Mit einem Tribut werden heuer Sissy Spacek, der deutsche Dokumentarfilmer Peter Böttcher und der Kameramann Ed Lachmann bedacht. Alle drei haben ihr Kommen zugesagt, im Falle von Sissy Spacek dürfte allerdings die Tagesform und der Terminkalender noch eine tragende Rolle spielen. Eine Werkschau wird darüber hinaus auch dem türkischen Regisseur Zeki Demirkurbuz gewidmet sein und auch Klaus Wyborny, dessen neueste Arbeit „Sulla“ im Rahmen der Viennale ihre Uraufführung erleben wird, bekommt sein eigenes Special Program.

Das Filmarchiv erfreut uns in diesem Jahr mit dem Projekt „Zeitnah, Weltfern“, einer Zusammenstellung von Werken der österreichischen Filmgeschichte, zeitlich gestaffelt von den Anfängen des Kinos bis 1945. Viele Kopien konnten in den letzten Jahren restauriert und jetzt erstmals wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Die diesjährige Retrospektive wird dem französischen Filmemacher Jacques Rivette gewidmet sein, eine vollständige Werkschau, die wie immer in Kooperation mit dem Wiener Filmmuseum, erstmals unter der Leitung von Alexander Horwarth, erstellt wurde. Aufgrund der noch nicht beendeten Restaurierungsarbeiten in der Albertina wird die diesjährige Retro ins Votiv-Kino ausweichen müssen.

Beinahe schon zur Tradition geworden sind die begleitende Ausstellungen zur Viennale. In diesem Jahr darf man sich an den Werken von Yoko Ono erfreuen, die, wie schon letztes Jahr Hiroshi Sugimoto, in der Galerie KlausEngelhorn ausstellen wird.

Soweit also ein erster kurzer Überblick – Anfang Oktober, pünktlich zum Startpfiff, wird es selbstverständlich, wie auch schon in den letzten Jahren, die große Wellbuilt-Viennale-Vorschau geben, inklusive Filmtipps und aktuellen Veranstaltungshinweisen (ja, das Viennale-Zelt wird es auch heuer wieder geben, soviel nur dazu). Wer es bis dahin nicht aushält, sei wie immer auf die offizielle Homepage des Festivals verwiesen.

: related links :

http://www.viennale.at

Nicolas Ossberger