V’03

Hauptprogramm

"Die Viennale will ein eigener und einsinniger Kino-Planet sein, der durch das Universum des Weltkinos seine Bahnen zieht." Hans Hurch, 2003.

Ein Zitat das manches erklärt, blättert man durch den diesjährigen Viennale-Katalog. Es ist nämlich in der Tat eine Reise galaktischen Ausmaßes, auf die einen der heuer zum siebten Mal als Direktor des Festivals Fungierende mitzunehmen gedenkt. Auch wenn es auf den ersten Blick wirkt als würde sich das Konzept des Hauptprogramms über den Fakt definieren schlicht und ergreifend gar keines zu haben, kommt man nicht umher festzustellen, dass sich die Viennale so zu einer der globalsten Schaustätten des internationalen Filmgeschehens gemausert hat. Mit der Ausnahme des heuer sehr starken vertretenen US-Kinos, fällt es jedoch schwer einen grünen Faden zu finden, was, soviel kann man sich sicher sein, aber durchaus im Sinne des Erfinders ist.
 
Worauf kann man sich in diesem Jahr also gefasst machen? Wie schon 2002, gibt es wieder einiges an spannenden Neuland, sprich Erstlingswerken, zu entdecken. "Ana Y Los Otros" beispielsweise, das Debüt der argentinischen Filmemacherin Celina Murga oder die mit dem Großen Preis von Miami ausgezeichnete uruguayische Produktion "La Espera" von Aldo Garay.

Mit Spannung darf auch "Il est plus facile pour un chameau....", dem Regiedebüt von Valeria Bruni-Tedeschi, entgegen geblickt werden, die als Schauspielerin ja spätestens seit "La parola amore esiste" eine fixe internationale Größe ist. Für weitere cineastische Frischzellenkuren sorgen unter anderem der Pole Piotr Trzaskalski ("Edi"), das südkoreanische Doppel Kim In-Sik ("Lo-du Moo-Bi") und Gyun Young-Joo ("Mil-Ae"), die beiden US-Amerikaner Peter Sollett ("Long Way Home") und Larry Charles ("Masked and Anonymous"), der Kasache Nariman Turebayev ("Malen’kie ljudi") und der Isländer Dagur Kari ("Nói Albinoi").

Klingende Namen sucht man derweilen zwar nicht vergeblich, im Vergleich zu anderen Festivals kommt man in Wien allerdings nicht so schnell in den Verdacht des schamlosen Name-Droppings. Mit Lars von Trier ("Dogville"), Jim Jarmusch ("Coffee and Cigarettes"), Anime-Großmeister Leiji Matsumoto ("Interstella 5555"), dem wiedererstarkten Gus Van Sant ("Elephant"), Joel Coen ("Intolerable Cruelty"), Sabu ("Kofuku No Kane"), Serge Bozon ("Mods"), Jean-Claude Biette ("Saltimbank") und natürlich Takeshi Kitano mit seiner furiosen Schwertkampfoper "Zatoichi" erhält man schlussendlich dann doch das (hart zurechtgestutzte) Who Is Who von Cannes und Venedig.
 
Das diesjährige Hauptprogramm wird am 17. Oktober im Gartenbaukino mit Sophia Coppolas durchwegs erfreulichen Zweitwerk "Lost in Translation" in Anwesenheit der Regisseurin eröffnet.

american splendor

catharsis

interstella 5555

dogville

elephant

fear x

intolerable cruelty

jian gui

kofuku no kane