V’03

Kurz und Dokumentarfilmprogramm

 

Seit jeher einen großen Platz im Herzen des Festivals nimmt die Dokumentarschiene ein - eine Filmschule, die im heimischen Kinoalltag leider nach wie vor sträflichst vernachlässigt wird. Was die Ausführlichkeit der alljährlichen Werksschau im Rahmen der Viennale nicht nur rechtfertigt, sondern quasi zur Pflichtübung macht. Auch heuer nehmen die aus allen Erdteilen zusammengetragenen Produktionen wieder ein Drittel des Hauptprogramms ein – ein Anteil, der bei Festivals dieser Größenordnung wahrlich keine Selbstverständlichkeit ist.

Zu sehen werden in diesem Jahr sowohl die neuen Werke bekannter Namen wie Jonathan Demme ("The Agronomist") und Rithy Panh ("S21, La Machine De Mort Khmere Rouge") sein, als auch vielversprechende Erstlingswerke wie Andrew Jarecks "Capturing the Friedmans" oder John Dullaghans umfassende Boris Bukowski Dokumentation "Born Into This".

Der Iraner Rafi Pitts widmet mit "Abel Ferrara: Not Guilty" eben jenem eine Hommage in Dokumentarform, Blue Hadaegh und Grover Babcock verfolgen in "A Certain Kind of Death" das Schicksal einsam verstorbener Körper. Ein absolutes Highlight der diesjährigen Viennale stellt mit Sicherheit Errol Morris "The Fog of War – Eleven Lessons of Robert S. McNamara" dar, ein Dokument des ersten ausführlichen und ins Detail gehenden Interviews mit dem ehemaligen US-Verteidigungsminister.

In diesem Jahr wieder deutlich stärker vertreten ist das Kurzfilmprogramm. Nach dem eher flauen Ergebnis von 2002, darf man sich heuer wieder auf einige gelungene Produktionen freuen. Romuald Karmakars "Die Nacht von Yokohama" dürfte beispielsweise ein echter Höhepunkt der Schiene werden, so auch die experimentalen Werke aus den Häusern Ernie Gehr, der sich auch für den diesjährigen Viennale-Trailer verantwortlich zeichnet, Jim Jennings oder Abraham Ravett.

Zahlreiche heimische Beiträge runden das Kurzfilmprogramm ab.
 
le lion volatil

the last costumer

rear window

a certain kind of death

los angeles plays itself