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Art Theatre Guild Unabhängiges Japanisches Kino 1962-1984
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| Fixer Bestandteil des alljährlichen Viennale-Programms ist die Retrospektive des Wiener Filmmuseums. Gewidmet ist diese heuer der japanischen Verleih- und Produktionsfirma Art Theatre Guild, welche Anfang der Sechziger damit begann, nachdem Genrekino und TV das unabhängige Arbeiten japanischer Filmschaffender quasi unmöglich gemacht hatten, zuerst mit dem Import amerikanischer Autorenfilme und in weitere Folge in produzierender Funktion, Impulse und Maßstäbe für ein neues, radikaleres Kino zu setzen. Den Regisseuren wurden in Sachen Kostendeckung Fifty-Fifty Deals angeboten, dafür allerdings 100prozentige künstlerische Freiheit garantiert. ATG wurde zur Heimstätte der japanischen Nouvelle Vague, Anlaufstelle für Altmeister wie Oshima Nagisa, Yoshida Yoshishige, Hani Susumun und natürlich Shinoda Masahiro. Als 1984 Ishii Sogo mit "Gyakufunsha Kazoku" ("Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb") auch hierzulande einen Achtungserfolg erzielte, stand die Art Theatre Guild bereits kurz davor, ihre Agenden an neue, junge und sich ebenfalls dem unabhängigen Weg verschrieben habende Produktionsfirmen abzutreten. Mit der 33 Filme umfassenden Schau ist es Kurator Roland Domenig gelungen, ein bereits im Vorfeld für internationales Aufsehen sorgendes Programm zusammen zu stellen. Die Anfragen anderer Festivals und Filmmuseen scheinen sich jedenfalls bereits zu stapeln. Kein Wunder allerdings, bietet die ATG-Retrospekive doch die erste und vermutlich auch letzte Möglichkeit viele dieser zumeist noch nie außerhalb von Japan gezeigten Werke zu sehen. Die Retrospektive "Art Theatre Guild Unabhängiges Japanisches Kino 1962-1984" ist vom 4. bis 30. Oktober täglich im wunderschön renovierten und nun sogar mit gepolsterten Sitzen ausgestatteten Filmmuseum zu bewundern.
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