V’04

Tribute to Amos Vogel

Amos Vogel zählt sicherlich zu den interessantesten Persönlichkeiten der New Yorker Filmszene. In den 30er Jahren vor den Nazis aus Wien in Richtung der Vereinigten Staaten geflüchtet, gründete er 1947 gemeinsam mit seiner Frau Marcia den Filmclub Cinema 16. Eine Institution, die innerhalb kürzester Zeit zur größten Schnittstelle nicht-kommerzieller Produktionen in den USA werden sollte.

Pure Avantgarde, medizinische Lehrfilme, europäisches Kino – was man in die Hände bekam, wurde vorgeführt. Vogel zeigte als Erster die Werke von Kenneth Anger, Stan Brakhage, John Cassavetes und gründete nach dem Ende von Cinema 16 Mitte der 60er das heute so renommierte New York Film Festival. Er arbeitete als Kritiker für The Village Voice und die New York Times und veröffentlichte mit "Film As Subversive Art" ein Standardwerk.

Das ihm gewidmete Viennale-Tribute wird insgesamt 20 Werke umfassen, darunter drei Kurzfilmprogramme wie Filmen von (u.a.) Bruce Connor, Agnes Varda und natürlich Stan Brakhage, plus ausgewählte Langfilme Robert Bressons "Pickpocket" oder Werner Herzogs "Lebenszeichen". Ans Herz gelegt sei auch Paul Cronins Dokumentation "Film As Subversive Art: Amos Vogel and Cinema 16".

Amos Vogel
L'eclisse